Le Nuove Musiche webAm 24. September um 17 Uhr erklingt in der Marienkirche Lippstadt eines der größten Chor-/Orchesterwerke der Musikgeschichte: Zur Aufführung kommt die h-Moll-Messe von Johann Sebastian Bach, mit Solisten, der Kantorei Lippstadt und dem Orchester „Le nuove musiche“ unter der Leitung von Kantor Roger Bretthauer.

Im Vorverkauf zu diesem kirchenmusikalischen Höhepunkt sind bereits viele Karten verkauft worden, daher wird seitens des Kantorei-Teams empfohlen, sich jetzt schnell gute Platzkarten zu besorgen. „Natürlich wird aber auch an der Abendkasse niemand abgewiesen“ macht das Team klar, nur sind es dann möglicherweise Plätze mit Sichtbehinderungen durch die Säulen in der Kirche.

Karten können im Vorverkauf in allen Filialen der Sparkasse in der Hellweg-Region und in den Geschäftsstellen des Patriot erworben werden. Ermäßigung gibt es für Schüler und Studenten, ebenso eine Familienkarte. Die Aufführung einer h-Moll-Messe dauert knapp 2 ½ Stunden, aufgrund des besonderen Spannungsbogens des Werkes lediglich unterbrochen von kleineren Stimmpausen.

Wie in einer Werkeinführung am vergangenen Sonntag durch Martin Rembeck und Roger Bretthauer dargestellt, ist Bachs große Messe ein außergewöhnliches Werk voller musikalischer Kunstgriffe und Zahlensymbolik. Vor allem aber erwartet die Zuhörer eine musikalisch dichte Musik, die die Seele berührt. Viele Themen und Ideen Bachs erklingen in geradezu überirdischer Schönheit. So wurde das Autograph der Partitur 2005 in Liste des UNESCO-Weltdokumentenerbes aufgenommen.

Kleiner und Großer Chor bereiten sich seit Monaten auf diese große Aufgabe vor, an die sich nur wenige Chöre heranwagen. Dazu konnten namhafte Solisten gewonnen werden. Die Sopranistin Tanja Obalski stammt gebürtig aus Lippstadt und lebt mittlerweile in den Niederlanden. Sie studierte unter anderem Gesang und Historische Aufführungspraxis am Conservatorium van Amsterdam. Ihre Professoren waren Margreet Honig und Howard Crook. 2005 war sie Laureatin beim „Concours International de Chant Baroque de Chimay“ und 2007 Finalistin beim Oratorienwettbewerb „Nederlandse Vocalisten Presentatie“. Janina Hollich (Lippstadt, Alt) studierte an der Hochschule für Musik Detmold in der Klasse von Prof. Gerhild Romberger die Fächer Oper/Konzert sowie Gesangspädagogik. 2017 beendete sie ihr Studium dort mit dem Konzertexamen, welches sie mit Auszeichnung abschloss. Sie ist Finalistin des Bundesgesangwettbewerbes Berlin.  Kürzlich wurden sie und ihre Liedpianistin Yangfan Xu mit dem 2. Preis des Internationalen Liedwettbewerbes Rhein-Ruhr ausgezeichnet. Wichtige künstlerische Impulse erhielt sie durch Meisterkurse bei Ingeborg Danz, Thomas Quasthoff und Margreet Honig. Der Tenor Jörg Nitschke aus Essen  studierte zuerst Kirchenmusik. Im Anschluss daran studierte er in Dortmund Lied- und Oratoriengesang, was er 2002 mit der künstlerischen Reifeprüfung abschloss (Klasse Prof. Berthold Schmid) und vervollkommnete seine Studien in diversen Meisterkursen u. a. bei Christoph Prégardien. Nitschke avancierte zu einem gefragten Interpreten in der historischen Aufführungspraxis barocker Werke über die lyrischen Partien der Klassik und Romantik bis in das Musikschaffen des 20. Jahrhunderts. Hinrich Horn (Leipzig, Bass) war schon häufiger in Lippstadt zu hören. Seine Ausbildung zum Sänger begann während seines Lehramtsstudiums. An der Hochschule für Musik und Theater Hannover studierte er dann u.a. bei Peter-Anton Ling und Jacques Schwarz. Hinrich Horn war Stipendiat der Yehudi Menuhin Stiftung Live Music Now Hannover, des Richard Wagner Verbandes Chemnitz, sowie der International Voice Teachers Association. Hinrich Horn gehört mittlerweile zum Ensemble der Musikalischen Komödie der Oper Leipzig, gleichzeitig ist er seit Jahren gefragter Oratoriensänger.

Das Orchester „Le nuove musiche“ unter Konzertmeister Gregor van den Boom ist seit Jahren eine feste Größe unter den Oratorienorchestern.  Das Ensemble musiziert auf historischen Instrumenten bzw. deren Nachbauten. Ergänzt wird der Klangkörper durch Andrea Schwager an der Truhenorgel und Simon Linné an der Theorbe.

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