von Pfarrer Klaus Goy

buchstaben

In der Fastenzeit 1524 predigte Johann Westermann, nach dem Vorbild Martin Luthers, über die Gebote. Ohne jegliche Polemik gegen die katholischen Lehren predigte er von der Gnade Gottes, vom Glauben und von der Bedeutung der Gebote. Offen sprach er die Probleme seiner Zeit an und forderte dazu auf, erziehend mitzuwirken. Die Lippstädter, die solche Verkündigung in klaren und verständlichen Worten nicht kannten, waren so beeindruckt, dass sie Westermann baten, diese Predigten zu veröffentlichen. In seiner Veröffentlichung lässt Westermann das 2. Gebot - wie auch Luther - aus. Er unterteilt aber die letzten beiden Gebote nicht, so dass er nur neun aufzählt:

1.Du en salt geine ander godde hebben

2.Du ensalt den name dynes goddes nicht unnutte annemen

3.Du salt den vyrdach hylligen

4.Du salt dyne vader un moder eren

5.Du en salt nycht doet slaen

6.Du en salt nycht eebrecken

7.Du en salt nycht stellen

8.Du en salt nycht valsch getuchnysse geven wedder dynen negesten.

9.Du en salt nycht begere dynes negesten Hues. Noch synes wyves, knechte noch Fee edder wat syn ys

Den Katechismus von Westermann können Sie auf der Internetseite der Westfälischen Wilhelms-Universität nachlesen: http://sammlungen.ulb.uni-muenster.de/hd/content/titleinfo/765331

Viele Menschen haben sich schon mit dem Katechismus auseinander gesetzt, aber soweit ich weiss, hat ihn noch niemand in das Hochdeutsche übersetzt. Das wäre ein tolles Geschenk zur 500-Jahr-Feier. Darum: Wer sich mit der niederdeutschen Volkssprache auskennt und mir bei der Übersetzung helfen könnte, oder es auch selbst machen möchte, melde sich doch bitte bei mir.

 Klaus Goy

Klaus Goy

Pfarrer an der Berufsschule im Ruhestand,
lebt in Lippstadt

Kommentar schreiben

Sicherheitscode
Aktualisieren

Zum Seitenanfang