Mitarbeiterinnen verkaufen eine Suppe

„Bekomme ich bei Ihnen eine Suppe?“, fragte die 92-jährige Dame, die im Vorbeigehen die grüne Fahne mit der Aufschrift „Mahlzeit“ am Evangelischen Gemeindehaus Mitte in der Brüderstraße gesehen hatte. Sie war am Donnerstag der erste Gast im Foyer des Gemeindehauses. Frisch renoviert, modern und einladend kommt der Raum daher. Die Mitarbeiterinnen begrüßen jeden Gast mit einem freundlichen Lächeln. Da die 92-jährige Dame die Erste während der Öffnungszeit ist, bietet ihr eine Mitarbeiterin ihre Gesellschaft an und setzt sich zu ihr.

„Das ist der Kern der Mahlzeit“, sagt sie später, „Wer hier her kommt ist nicht allein, sondern hat Gesellschaft!“ Nach und nach füllen sich die Tisch und die Ehrenamtlichen, gekleidet mit schicken grauen Schürzen mit der Aufschrift „mal Zeit: Mahlzeit“ bekommen mehr zu tun: Begrüßen, 3G-Nachweis prüfen, Bestellung aufnehmen, Abrechnen, Suppe und Getränke ausgeben. Mit 3,50 Euro für eine Suppe – an diesem Tag eine Frühlingssuppe mit Grießklößchen - mit einem Brötchen und einem Glas Wasser kann man hier günstig Mittagessen. Als Nachtisch gibt es Obst. Wer an diesem Tag noch ein Hunger hat bekommt auch einen Nachschlag. Kinder bis 10 Jahre zahlen nur 2,50 Euro. Und selbst an bargeldlose Zahlung ist gedacht. Begleitet werden die Ehrenamtlichen von Jennifer Neumann. Die Hauswirtschaftskraft ist von der Kirchengemeinde extra für die Mahlzeit eingestellt worden und sorgt dafür, dass die Hygienebestimmung eingehalten werden.

Am Nachbartisch unterhalten sich zwei Herren. Die beiden kennen sich und haben sich zum Essen im Gemeindehaus verabredet. Sie unterhalten sich angeregt. So wie auch die anderen Gäste. „Wir fanden die Idee charmant, unsere Mittagspause hier gemeinsam zu verbringen“, sagt der eine und der andere ergänzt lächeln: „Und es schmeckt echt super!“

Die Mahlzeit ist ein Projekt, das die Kirchengemeinde bereits letztes Jahr starten wollte. Dann stiegen die Fallzahlen. „Nicht nur biblisch getrachtet ist das gemeinsame Essen wichtig. Hier entstehen die besten Gespräch. Das Gemeindehaus soll ein Ort sein, an dem unterschiedliche Menschen zusammen kommen und ein bisschen Zeit verbringen können.“ , freut sich Alexander Tschense, der Vorsitzende des Presbyteriums, über den Start des Projekts. Dieses Angebot richtet sich im selben Maße an die Eltern und Kinder des benachbarten Kindergartens, wie auch an alleinstehende Senioren, die Mitarbeitenden der in der Innenstadt ansässigen Firmen oder Menschen, die einfach keine Lust haben zu kochen. Alle sind willkommen. Geliefert wird die frisch zubereitete Suppe von der KIA. So kann man bei der Mahlzeit nicht nur lecker essen, ins Gespräch kommen und eine gute Zeit verbringen, sondern auch ein wichtiges soziales Projekt unterstützen.

Schließlich leeren sich die Tische nach und ach und es beginnt das Aufräumen. Nächste Woche Donnerstag wird die Mahlzeit dann wieder von 12 bis 14 Uhr die Türen öffnen.

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